Microsoft, dein Freund und Helfer

Wir wollen hier nicht die kulturpessimistische Nölerei anstimmen, wonach das Leben doch früher, als es noch kein Internet und kein Smartphone gab, einfach einfacher war. Das schlimmste Malheur war eine verdrehte Telefonschnur, weil man beim Gespräch ständig im Kreis gelaufen war. Jetzt ist das Internet omnipräsent & omnipotent, wenn auch nicht immer high speed, aber jedenfalls nicht mehr aus der Welt zu schaffen, es sei denn, man möchte gerne in Nordkorea leben oder in unwegsamen WLan-freien Alpenregionen, wo das „Mist – kein Netz“! die ZDF-Bergretter regelmäßig in die Predouille bringt. Frei-, Quer- und Sonstwasdenker tragen gerne Aluhüte, damit ihr Hirn wegen der gefährlichen Internetstrahlung keinen Schaden nimmt. Ist aber meistens schon zu spät.

Seit das Internet für eine Massennutzung in den neunziger Jahren etabliert wurde, können wir uns den Segnungen von Google, Youtube, Social Media usw. gar nicht mehr entziehen. Das machen sich Gauner, skrupellose Geschäftemacher und Hacker zunutze. Zum Beispiel E-Mail: Mit der Nutzung dieser Kommunikationstechnik haben wir uns gleichzeitig die Spam-Mails eingehandelt. Auch die besten Spamfilter schaffen es nicht, das eigene Mailpostfach von Spam-Mails freizuhalten. Daran hat man sich gewöhnt, auch wenn es bisweilen schwerfällt, den Verlockungen von Millionenerbschaften, Nacktfotos von der Nachbarin, Potenzmitteln und supergünstigen Krediten zu widerstehen. Man weiß ja, wie schnell man sich beim unbedachten Anklicken von solchen Angeboten ein Virus einhandelt, das den PC oder das Smartphone lahmlegt.

Trotz aller Vorsicht und Virenschutzprogrammen ist man nicht 100prozentig davor geschützt, gehackt zu werden. Fast jede/r hat schon mal die Erfahrung gemacht, dass das eigene Mailkonto gehackt wurde und alle persönlichen Kontakte plötzlich seltsame Mails bekommen. Das ist auch nur die harmlose Variante. Schlimmer geht immer, wenn etwa alle Passwörter in fremde Hände gelangt sind oder ein Verschlüsselungstroyaner den PC komplett ins Koma versetzt hat. Da hilft dann auch die Bergrettung nicht mehr.

Verhindert lässt sich das, indem man Sicherheitslücken am PC gar nicht erst entstehen lässt. Und hier kommt nun die humanitäre Hilfsorganisation Microsoft ins Spiel. Deren aufmerksamer Kundendienst beschäftigt nette, englischsprechende Menschen, die uns vor Schaden bewahren wollen und deshalb persönlich anrufen, manchmal sogar mehrmals am Tag. Sie wollen ein angebliches Virus oder eine Sicherheitslücke auf unserem Computer beseitigen und brauchen dafür unsere Zugangsdaten.

“Hahahahaha! For how stupid hold you me? Did they shit in your brain?” Das ist zwar recht unhöflich, aber damit werden die Telefonate in der Regel grußlos beendet. Nun wäre es natürlich wünschenswert, es gäbe, ähnlich wie bei Spam-Mails, einen Filter, der solche Anrufe, auch die nervigen unerlaubten Werbeanrufe, schon im Vorfeld abfängt. Solange es diesen Telefon-Spam-Filter nicht gibt, jedenfalls nicht für den Festnetzanschluss, kann man sich mit einer der folgenden Techniken behelfen: Das Telefon mit Pfefferspray einsprühen, in kochendes Wasser tauchen, zehn  Minuten in die Microwelle legen oder, wenn das alles nicht hilft, einen langanhaltenden schrillen Schrei ausstoßen, bis dem Anrufer am anderen Ende der Leitung die Brillengläser zerspringen. Den Hörer wutentbrannt auf die Gabel schmettern – das war früher, als das Leben noch einfacher und das Schnurtelefon aus Bakelit war.  


One Comment on “Microsoft, dein Freund und Helfer”

  1. Fred Lang sagt:

    Mein Vorschlag: Einen Anrufbeantworter aktivieren und „a Ruah is“.
    Das geht auch im Festnetz, z.B. mit einer FritzBox oder einem anderen Router.
    https://www.tecchannel.de/a/eigene-ansagen-fuer-anrufbeantworter-verwenden,3278221


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